Philadelphia / Lights of Liberty, Nationalflagge und Unabhängigkeitserklärung / William Penn's heiliges Experiment / Benjamin Franklin's brüderliche Liebe / Birthplace of the Nation / Spuckweite zur Innenstadt
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Der offizielle Visitors Guide Spring/Summer 1999 von Philadelphia macht einem schon auf dem Titelbild klar, womit man es zu tun hat: »Lights of Liberty« als Headline, die Nationalflagge im Hintergrund und ein Bild der »Declaration of the thirteen united States of America« leicht durchschimmernd. Diese Stadt umgibt Geschichte, das ist sicher. Und auch das Vorwort vom Mayor geizt nicht mit Ausdrücken, die denen der Broschüre vom Kennedy Space Center doch stark ähneln: »…you will be at the crossroads of our nation's heroic past and our exciting future…« — Oha, na dann lassen wir die Freiheitsglocke mal bimmeln:
William Penn, seines Zeichens Quäkerführer, erhielt 1681 vom englischen König Charles II. große Landgebiete im Osten Pennsylvania's, um dort ein »heiliges Experiment« durchzuführen. Heilig in dem Sinne, dass hier unterschiedliche Sekten und Religionsgemeinschaften friedlich zusammenleben sollten. Experiment deshalb, weil die Sache in etwa so waghalsig war wie eine WG von Emanzen und Machos. Es schien jedoch zu funktionieren, und auch zu den ansässigen Indianern baute Penn eine freundschaftliche Beziehung auf, die ihn vor Überfällen bewahrte. Er nannte seine Stadt Philadelphia, und weil alles so prima klappte, bekam sie den Zusatz »City of brotherly love« (wer weiß, welche Drogen dabei damals im Spiel waren). In der Folgezeit kamen immer mehr Emmigranten aus Europa, die Stadt wuchs rapide an und erlangte vor allem durch den Einfluss von Benjamin Franklin frühen Ruhm auf dem Gebiet der Kunst, Kultur und Wissenschaft. Franklin war Politiker, Autor, Naturwissenschaftler und Verleger der »Pennsylvania Gazette« und des »Pennsylvania Journal and Weekly Advertiser«. Er trug dadurch wesentlich zur Bildung der öffentlichen Meinung bei. Am 4. Juli 1776 wurde Philadelphia dann zum »Birthplace of the Nation« — diesen Beinamen trägt die Stadt auch heute noch — als im Kongress die erste Verfassung der Vereinigten Staaten verabschiedet wurde und die Liberty Bell die Unabhängigkeit einläutete. Heute ist Philadelphia mit fast 1,6 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt der Vereinigten Staaten und eine bedeutende Wirtschafts- und Kulturmetropole.
Wir sahen die Stadt erstmal nur von weitem, umrundeten sie nämlich auf dem Highway großzügig, um danach in einem Motel einzuchecken, das mindestens 30 Meilen von der Innenstadt entfernt und schon fast in New Jersey lag. Merkt euch eins: die Karten in den Couponheftchen sind nicht maßstabsgetreu und stellen so manche Entfernung falsch dar. Das Red Roof Inn, in dem wir absteigen wollten, schien auf der Karte in Spuckweite zur Innenstadt von Philadelphia zu liegen… Aber so waren wir wenigstens schonmal näher an New York und außerdem an Princeton, wo wir uns die viertälteste Universität des Landes anschauen wollten. Dazu morgen mehr.
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