Grand Dame der Südstaaten / 2000 historische Gebäude / FBI, CIA und Men in Black / Fackeln im Sturm / Boone Hall / Dennis again

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Charleston gilt als die alte Dame unter Amerikas Städten. Bereits 1670 wurde der Ort gegründet und nach dem englischen König Charles II. benannt: Charles Town, woraus dann später "Charleston" wurde. Die Grand Dame der Südstaaten hat bis heute noch den Charme ihrer frühen Jahre erhalten, wirkt elegant, gepflegt, und wird wegen ihrer unzähligen Kreuze und Kirchen, die in den Himmel ragen, auch »die heilige Stadt« genannt. Wie viele andere Städte hat auch Charleston in der Zeit des Sezessionskriegs stark gelitten. Jedoch brachte es General Sherman nicht übers Herz, sie komplett niederzubrennen, weshalb heute noch mehr als 2000 historische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten sind. Charleston verfügte außerdem als erste Stadt Amerikas über ein städtisches College und eine öffentliche Bibliothek.

Nachdem wir im Motel eingecheckt hatten, fuhren wir downtown. Wir hausten mal wieder recht weit entfernt von der Innenstadt, aber das spielt wie schon gesagt in den USA keine große Rolle. Wir hatten zu dem Zeitpunkt schon einige tausend Meilen hinter uns, und trotzdem lag die Tankrechnung immer noch auf dem Niveau eines gebrauchten Wäschetrockners. All solche Dinge wie Tanken und Motels zahlt man übrigens am einfachsten per Kreditkarte. Schafft euch unbedingt so ein Ding an, falls ihr nach Amerika fahrt. In den USA wird man nämlich schon schief angeguckt und als Bankräuber bezeichnet, wenn man mit einem $100-Schein bezahlt. Und während der Autohändler in Deutschland euch noch freundlich die Tür aufhält, wenn ihr das neue Auto bar bezahlt, ruft der amerikanische Autohändler garantiert FBI, CIA oder die Men in Black.

Die Innenstadt von Charleston endeckt man am besten zu Fuß oder ganz stilecht in einer Pferdekutsche. Holpriges Kopfsteinpflaster, alte Kanonen im Waterfront-Park, die historische Hafengegend: man fühlt sich zurückversetzt in die Geschichte der Südstaaten und die Zeit, in der George Hazard und Orry Main sich im Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten gegenüberstanden. North and South, Fackeln im Sturm. Sehr lohnenswert soll auch der Besuch der Plantage Boone Hall sein, einem original erhaltenen Herrenhaus (Ende 18. Jh.) nördlich der Stadt, das im Film als Elternhaus von Orry fungierte. Doch dafür waren wir wieder mal zu spät dran.

Inzwischen kamen übrigens erste Meldungen im Fernsehen darüber, dass Hurricane »Dennis« für Unordnung im Süden Floridas gesorgt hatte. Es hatte sehr starke Regenfälle gegeben, so dass einige Straßen und Gegenden unter Wasser standen. Unser Timing schien also gar nicht schlecht zu sein: wären wir 4-5 Tage später dran gewesen, hätten wir am Daytona Beach lediglich angeln und wattwandern können. Allerdings mussten wir uns nun trotzdem ein bisschen beeilen, da sich Dennis stark überlegte, uns an der Küste entlang zu folgen.

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