Hauptstadt Georgias / 6 Programme und farbenblind / 5 Kilo Infobroschüren / Home improvement / Holzhäuser auf Highways / CNN gecancelt / always Coca-Cola
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Atlanta war nun seit längerem mal wieder eine der Großstädte, die wir anpeilten. Sie hat zwar nur etwa 400.000 Einwohner, reiht sich aber nahtlos ein in die Riege der Großen auf unserer Tour. Die Hauptstadt Georgias ist nämlich eine der modernsten Städte des Landes, war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1996, und ist Sitz von diversen Firmen. Die Bekanntesten davon sind wohl Delta Airlines, Coca-Cola und CNN, der größte Nachrichtensender des Landes. Letztere beiden standen auf unserer have-to-see-Liste.
Das erste Motel, das wir anpeilten, erwies sich als totaler Reinfall. Wir ließen uns vorab den Schlüssel zu einem der Zimmer geben, um vorm Einchecken einen Blick reinzuwerfen. Der erste Blick fiel dabei auf den Fernseher, der zur Zeit des 30-jährigen Krieges purer Luxus gewesen wäre. Er erinnerte mich stark an das Modell, das ich damals an meinen C-64 angeschlossen hatte: 6 Programme, keine Fernbedienung und dazu noch farbenblind. Das Zimmer hätte als Ausgleich mindestens einen Whirlpool samt Bar haben müssen, damit wir es genommen hätten. Frank testete noch eben das Klo, weil er mal dringed musste, war aber damit auch nicht zufrieden: Das Ding strudelte ordnungsgemäß und machte keinerlei Überschwemmungen. Wie langweilig. Unser Hotel für die nächsten zwei Tage fanden wir dann ein Stückchen weiter downtown. Es kostete zwar etwa $70 pro Nacht und lag somit $20 über dem Schnitt, den wir für die Reise anpeilten, aber wer in einer Großstadt übernachtet, muss damit rechnen, etwas mehr zahlen zu müssen als anderswo.
An der Rezeption des Hotels konnte man sich wie üblich mit mindestens 5 Kilo Infobroschüren über die Sehenswürdigkeiten der Stadt eindecken, was wir natürlich reichlich taten. Unsere Nissanbudze lag zu dem Zeitpunkt auf der Hinterachse schon 10 cm tiefer, weil sich auf der Rückbank zwei Plastiktüten voller Infoheftchen stapelten. Eine ganz und gar unsportliche Keilform, und wir überlegten aus Coolness-Gründen, das Dach abzuflexen und zwei Bullenhörner auf die Motorhaube zu schrauben. »Home improvement« quasi. Und wo wir gerade beim Stichwort »home« sind: Wundert euch nicht, falls ihr mal in den USA unterwegs seid, und auf dem Highway ein Holzhaus vor euch fahren seht. Viele Amerikaner wohnen in Holzhäusern, und wenn so ein Ding mal umkippt oder von einem Hurricane weggerissen wird, bestellt man halt ein neues, das dann oft schon fertig zusammengebaut geliefert wird.
Aber zurück zu den Infobroschüren: Unsere Planung in Sachen CNN und Coca Cola hinkte fürchterlich, da wir vergessen hatten, dass heute Sonntag war. Besichtigungstermine für CNN gab es zwar »seven days a week«, doch leider musste man einen Tag vor der Tour telefonisch buchen. Da man aber Sonntags nicht buchen konnte, hätten wir erst am Dienstag die Besichtigung machen können. Zu spät für uns. CNN wurde also gecancelt, und somit stand für den nächsten Tag nur noch das Coca-Cola-Museum auf dem Plan.
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