Rezeption im Freien / Daytona Beach / Autos, Motorräder, Windhunde und Partys / Hotel direkt am Strand / Toilet is stuffed / Gummiplöppel und rote Flaggen
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Gegen Mittag wollten wir auschecken - und guckten erstmal recht dumm: Die Motelleitung hatte die komplette Rezeption nach draußen verlagert. Außerdem gab's kostenlos gekühlte Getränke, Donuts und Obst. Von außen sah das alles aus wie eine Art Jubiläumsparty. Wir wurden allerdings schnell aufgeklärt: Es hatte einen Brand in der Rezeption gegeben, so dass diese evakuiert werden musste. Und aufgrund des Stromausfalls gab's auch keine Computer draußen, so dass alle Rechnungen von Hand geschrieben wurden. Ärgerlich für die Hotelangestellten, die allerdings alle gelassen blieben und ihre gute Laune behielten. Wir ebenso, denn so kamen wir unverhofft zu einem kostenlosen Frühstück.
Unser nächstes Ziel war Daytona Beach, ein sehr kurioser Strand, der für manche Dinge weltweit bekannt ist: Autos, Motorräder, Windhunde und Partys. Aber dazu später mehr. Erstmal mußten wir im Hotel einchecken. In dieser Hinsicht hatten wir an dem Tag wirklich extremes Glück, denn wir fanden das - neben dem in St. Pete - wohl zweitschönste Hotel unseres Urlaubs. Es nannte sich »Makai Beach Lodge« und hatte einen entscheidenden Vorzug gegenüber den bisherigen Motels: Es lag direkt am Strand. Das mussten wir natürlich ausnutzen und somit war klar, dass wir sofort für zwei Nächte buchten. Das Personal war übrigens superfreundlich und die Zimmer sehr sauber. Und da das Hotel sogar über einen Hauspostkasten verfügte, nutzte ich endlich mal die Gelegenheit, meine Postkarten über den großen Teich zu schicken.
Wir wollten eigentlich sofort zum Strand, wurden aber von irgendeiner Sendung im Fernsehen aufgehalten. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was es genau war, höchstwahrscheinlich aber eins der folgenden drei Dinge: »Johnny Bravo« (ein Cartoon), »Show me the funniest« (»Bitte lächeln« auf amerikanisch) oder aber »Britney Spears - The Making of 'Crazy'« (unser aller Schatzi. Zitat Frank: »Die kriegt Druck drauf!«). Marko war gerade auf Toilette, als wir ihn plötzlich lachen hörten. Wir überlegten, ob er wohl immer lacht, wenn er sich die Hose runterzieht. Aber Frank ahnte schon, wo der Hase langlief: »Alles klar, Marko hat das Klo überschwemmt!«.
Helfen konnten wir ihm ja eh nicht, deshalb gingen wir schonmal vor zum Strand, während Marko die Sache mit dem Klo bereinigen musste - wörtlich genommen. »We have problems with the toilet.« - »Ah, is it stuffed?« - »Äh...(?)...yes, it's stuffed.« No Problem, denn da sowas in Amerika wohl häufiger vorkommt — Frank kann das bestätigen — gibt's nützliche Hilfsmittel in Form von Gummiplöppeln, die den Abfluss wieder freisaugen. So ein Ding erhielt Marko mit leichtem Grinsen vom Hotelpersonal: »Take this one!«.
Als Frank und ich später vom Strand kamen, hatte Marko das Bad gerade wieder halbwegs in Ordnung gebracht und hielt den Gummiplöppel mit zwei Fingern weit von sich weg. Nur mit dem Schwimmen wurde es nun leider nichts mehr, da am Strand wegen Sturmwarnung die roten Flaggen aufgestellt wurden, was totales Badeverbot bedeutet. Aber was soll's, morgen ist auch noch ein Tag. Marko nahm's gelassen.
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