Kennedy Space Center / NASA's glorious past / The Eagle has landed / erste Grundinfos und Multimedia / Tourbusse im 10-Minuten-Takt / 110 Meter und 2800 Tonnen / Gifts und Souvenirs / To infinity and beyond!
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Tag 2 in Orlando. Für heute stand das Kennedy Space Center auf dem Programm, das etwa 30 Meilen östlich der Stadt an der Küste liegt. Wir brachen recht früh am Morgen auf, denn es sollte viel zu sehen geben.
»See, hear and touch NASA's glorious past, inspiring present and exciting future!« steht in einem der zahlreichen Prospekte des Space Centers. Auch wenn sie nicht immer ganz so »glorious« war, wie sie meist dargestellt wird, hat die Raumfahrt doch eine lange Tradition in Amerika. Alles begann in den 50ern: Am 4. Oktober 1957 schickte die Sowjetunion »Sputnik 1« in den Weltraum, der die Erde 92 Tage lang umrundete, und gewann damit den ersten Punkt im Spiel gegen die USA, die erst 4 Monate später im Februar 1958 ihren ersten Satelliten im All aussetzte. Auch der 2. Punkt ging an die Russen: J. A. Gagarin flog 1961 als erster Mensch in den Weltraum und umrundete die Erde, während die Amerikaner noch die letzten Schrauben an ihren Raumflugkörpern vom Typ »Mercury« und »Gemini« festzogen. Der Amerikaner Alan Shepard hatte deshalb das Nachsehen und sah von Gagarins Donnervogel allenfalls das Nummernschild. Schließlich gelang den Amerikanern der große Anschlußtreffer, den die ganze Welt staunend und mit offenem Mund vor ihren Schwarz-weiß-Fernsehern mitverfolgte: Am 20. Juli 1969 parkten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin »Buzz« Aldrin (der sein Kinodebüt als »Buzz Lightyear« im Film »Toy Story« hatte) ihren Apollo-Raumkreuzer auf dem Mond. »The Eagle has landed!«. Und wenn man schonmal dort ist, kann man auch gleich aussteigen: »One small step for man, one giant leap for mankind.«
Das Space Center gefiel uns schon bei der Ankunft: Das Parken war komplett umsonst (Unsere Parkkostenspanne variierte somit zwischen $0 am Space Center und $35 neben der Freiheitsstatue), und auch die Eintrittspreise waren recht human im Gegensatz zu anderen Attraktionen im Amiland. Etwa $20-25, soweit ich mich erinnere. Für den Preis wurde einem wirklich viel geboten, wobei die einzelnen Angebote auf den ersten Blick in etwa so übersichtlich waren wie die Webseite der Telekom. Gut, dass es jede Menge Karten- und Infomaterial am Eingang gab. Mit dem Visitor's Guide in der Hand bemerkt man dann schnell, dass die Logistik des Space Centers eigentlich ziemlich einfach und clever gemacht war.
Station 1 von 4 ist der »Visitor Complex«. Hier gibt's erste Grundinfos, Shops zum Geldausgeben und jede Menge Multimedia: Universe Theater, Information Central, Robot Scouts, Space Shop, IMAX-Theaters, NASA Art Gallery, Astronaut Memorial, Launch Status Center, Rocket Garden und vieles mehr. Hier kann man sich schon ein kleines Weilchen aufhalten. Nachdem man dann alles gesehen hat, bringen einen die Tourbusse im 10-Minuten-Takt zu den nächsten Stationen auf dem Gelände. Die Tour dauert übrigens etwa 3 Stunden. Auf dem Weg zu den folgenden Stationen bekommt man allerlei Infos und Hintergründe zur amerikanischen Raumfahrtsgeschichte erzählt - und zwar live: Von den Busfahrern. Vergesst alles, was ihr jemals in deutschen Bussen erlebt habt, denn hier gibt's Entertainment pur!
Im »Apollo/Saturn V Center«, das als nächstes folgt, kriegt man u.a. eine Präsentation des Starts der Apollo 8 geboten (Bild 3), die wirklich sehr gut gemacht und ziemlich eindrucksvoll ist. Sogar das Funkenmeer der Rakete, das vor die Fenster des Raumes prasselt, ist nachgestellt. Danach gibt's im Gebäude jede Menge Raumfahrttechnik zu sehen. Besonders interessant ist dabei die echte Saturn V-Rakete mit ihren 110 Metern Länge und 2800 Tonnen Gewicht (Bilder 4 und 5).
Die nächste Station ist der »LC-39 Observation Gantry«, eine Aussichtsplattform draußen auf dem Gelände, die sich in der Nähe der Abschussrampen befindet. Von hier aus genießt man als Besucher einen 360-Grad-Rundumblick und als Reporter die Möglichkeit einer Liveberichterstattung vor Ort, falls mal wieder eine der Raketen ins All geschossen wird.
Die letzte Station ist das »International Space Station Center«, in dem man unter anderem einen Einblick bekommt, wie die zahlreichen Raumkapseln von innen aussehen. Man kann außerdem einen Blick durch die Scheiben ins Labor (Clean Room) werfen, in dem die Komponenten gebaut und zusammengesetzt werden. Natürlich gibt's auch hier jede Menge Gifts und Souvenirs zu kaufen. Danach ist die Tour beendet, und die Busse bringen einen zurück zum »Visitor Complex«.
Das Space Center ist eindeutig einen Besuch wert. Man sollte allerdings genug Zeit mitbringen, da allein die Tour schon 3 Stunden dauert. Möchte man zusätzlich noch die IMAX-Filme sehen und einen Happen essen, ist schnell ein halber Tag rum. Aber es lohnt sich wirklich. Es wird übrigens gemunkelt, dass man keinen Eintritt bezahlen muss, wenn man am Eingang folgenden Satz aus »Toy Story« sagt: »To infinity and beyond!«
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