Halbzeit / endlich Miami Beach / Exil-Kubaner und Wolkenkratzer / downtown / zur falschen Zeit am falschen Ort / Hotelpartys und Alleinunterhalter
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Es war Freitag der 13. — Sollte ich mal irgendwann im Aufzug steckenbleiben oder von einer Straßenwalze überrollt werden, dann passiert das garantiert NICHT an einem Freitag dem 13. Der war bisher immer eher Glücks- als Pechtag. Und außerdem: Wer schon in frühester Kindheit erfahren hat, dass die Sache mit dem Nikolaus nur gefaket war, der glaubt auch ganz sicherlich nicht mehr daran, dass am Freitag dem 13. ein Unglück passiert. Halbzeit übrigens: Seit gestern war die erste Hälfte unseres Urlaubs vorbei. Und bis auf ein paar Ausnahmen waren wir immer noch sehr angetan vom Land der begrenzten Unmöglichkeiten. Inzwischen nervte uns allerdings ein bisschen, dass wir uns hauptsächlich von Fastfood ernährten.
Heute wollten wir endlich den Strand von Miami Beach kennenlernen. Dazu war es allerdings nötig, ein Stückchen öffentlichen Strand zu finden, der nicht zu einem der unzähligen Hotels gehörte. Derartige Strände waren hier eindeutig in der Minderheit. Weißer Sand und türkises Meer wird einem in den Reiseführern angepriesen. Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob's vor Ort auch wirklich so war. Fakt ist, dass das Wasser im Atlantik eindeutig kälter ist als das des Golf von Mexiko. Wenn auch immer noch nicht so kalt, als dass es wirklich erfrischend wäre.
Miami Beach ist wie eine Insel (eigentlich sind es sogar mehrere Inseln) der Stadt Miami vorgelagert und durch 4 Dammstraßen (Causeways) mit dem Festland verbunden. Miami selbst ist mit knapp 370.000 Einwohnern der Mittelpunkt einer Metropolitan Area, in der 2,9 Millionen Menschen leben. 1870 aus einem kleinen Indianerdorf entstanden entwickelte sich Miami anfangs langsam. Der große Aufschwund kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg, wozu besonders der Ausbau des Hafens beitrug. Den stärksten Einwohneranteil bilden die Exil-Kubaner, Spanisch wurde zur zweitwichtigsten Sprache. Richtig amerikanisch wirken allenfalls die Wolkenkratzer downtown.
Und genau dahin fuhren wir abends: downtown. Wir hatten unser persönliches Waterloo bereits an dem Tag erlebt, als wir ohne Kartenmaterial in die Innenstadt von Detroit fuhren. Da man angeblich jeden großen Fehler im Leben zweimal macht, haben wir seitdem ständig darauf geachtet, unseren Rand McNally Roadatlas dabeizuhaben. Aber es gab trotzdem Parallelen zu Detroit: 1. fuhren wir anfangs ohne Hilfe der Karte downtown, und 2. war in Miamis Innenstadt rein party- und kneipentechnisch Ödland. Nichtmal mehr McDoof hatte geöffnet! Irgendwie schienen wir immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
Die Partys fanden wir dann später am Miami Beach. Allerdings waren es fast alles hauseigene Hotelpartys, die in drei Kategorien eingeteilt werden können: I) gewöhnliches Restaurant mit spanischer Gitarrenmusik, II) nobles Restaurant mit spanischer Gitarren-Livemusik, III) Bar oder Kneipe mit zwei Alleinunterhaltern am Keyboard, die versuchen, spanische Gitarrenmusik zu machen. Es wirkte alles ein wenig gestellt, und da, wie ich bereits anmerkte, am Miami Beach Unmengen von Hotels Zaun an Zaun stehen, hatte man nach spätestens 100 Metern Bürgersteig erste Anzeichen von Abneigung gegenüber Alleinunterhaltern und spanischer Gitarrenmusik. Vamos ala playa...oh oh ooooho oh...
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