Die falsche Richtung / Alanis Morissette und das schlechteste Radioprogramm / Everglades / 2,4 Billionen Stechmücken / Homestead, Flr.
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Nachdem wir nun drei Tage lang Sonne, Strand und Meer hatten, sollte es heute weitergehen in Richtung Miami, wo wir uns DEN Strand überhaupt erhofften. Schließlich denkt man beim Wort Florida immer sofort an Miami, oder besser gesagt an Miami Beach — so geht's mir jedenfalls. Was gibt's über Miami zu sagen: Pastellfarbene Art-Deco-Häuser am Ocean Drive, riesige Hotels, Sportwagen, Cocktails, Miami Vice, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Meer. Doch dazu später mehr. Erstmal losfahren…
Trotz Rand McNally Road Atlas fuhren wir mal wieder in die falsche Richtung, nämlich nach Tampa, anstatt über die Sunshine Bridge auf direktem Wege zur I-75. War ein netter Umweg von knapp 50 Meilen, aber das war ja schon beinahe harmlos im Vergleich zu den 200 Kilometern von Detroit. Und schließlich kamen wir trotz Umweg dahin, wo wir hin wollten, nämlich zur 41., die am Rande der Everglades entlang nach Miami führt (Fotos oben). Wir hatten übrigens inzwischen eine CD für unsere Nissan-Budze gekauft: Alanis Morissette's »Supposed former infatuation junkie« gab's mal irgendwann in einem Supermarkt für $7,99 und wurde seitdem im Auto rauf- und runtergedudelt, wenn das Radioprogramm mal wieder besonders schlecht war. Das schlechteste Radioprogramm gab's übrigens im Mittleren Westen zwischen St. Louis und New Orleans. Ganz dem Klischée entsprechend lief dort meist Country-Musik, und es gab scheinbar keinerlei Radiosender mit Rock- oder Popmusik. Und wo wir gerade dabei sind: Die mit Abstand am häufigsten im Radio gelaufenen Lieder während unserer Reise waren: 1. Madonna, »Beautiful Stranger«, 2. Backstreet Boys, »I want it that way« und 3. Ricky Martin »La vida loca« oder »The Cup of life«. Völlig überrascht hat uns hingegen AC/DC mit »Big Balls«, das sicherlich noch nicht ein einziges Mal im deutschen Radio gelaufen ist, würd' ich wetten (Wer's schonmal im Radio gehört hat, soll mir unbedingt eine eMail schreiben!).
Mal kurz ein paar Infos zu den Everglades: Vom Lake Okeechobee (klingt so, als wär er aus Star Wars) bewegt sich eine Wasserschicht - die zwar 80 km breit und 160 km lang, aber nur 15 cm tief ist - über den porösen Kalkstein und bietet somit einen schlammigen Grund, auf dem hohes Riedgras wächst. Die inselartigen Erhebungen dazwischen sind von Wäldern bedeckt. Im Sumpf der Everglades leben unzählige Tiere, darunter auch einige wenige Exemplare des Florida-Panthers und des amerikanischen Krokodils. Vor allem aber zahlreiche Vogelarten, weshalb die Everglades eines der großartigsten Vogelreservate der Welt sind. Und als wir auf halber Strecke durch den Park mal kurz am Straßenrand zum Pinkeln anhielten, machten wir auch gleich Bekanntschaft mit den 2,4 Billionen Stechmücken, die in den Everglades leben.
Schließlich kamen wir in die Gegend von Miami und überlegten uns, erst zwei Nächte südlich von Miami ein Motel zu nehmen, um für einen Tag einen Abstecher nach Key West machen zu können. In (oder sagt man »auf«?) Key West selbst waren nämlich die Motelpreise erwartungsgemäß sehr hoch, so dass wir dort nicht übernachten wollten. Wir landeten schließlich in Homestead, einem kleinen Ort, der ca. 20-30 Meilen südlich von Miami und somit nicht weit von den Keys entfernt liegt. Hier war natürlich nichts los - also wie in Buffalo sozusagen »der Arsch ab« — aber schließlich wollten wir ja auch kein touristisches Besichtigungsprogramm in Homestead, sondern lediglich übernachten. Das Motel hingegen war mal wieder ein Glücksgriff: sauber, ordentlich, und mit knapp $44 pro Nacht dazu noch sehr günstig. Das Ziel für morgen war also Key West.
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