Alleine im Bett / Flug- und Drehtechnik / Kakerlakenalarm! / Fertigpizzen / »Dumm und dümmer« / Funkfernbedienung / Wrestling in voller Lautstärke
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St. Pete gefiel uns von Tag zu Tag besser. Vor allem deswegen, weil wir eine komplette Ferienwohnung für kleines Geld in netter Umgebung hatten, und weil diese über zwei Betten und eine Art Schlafsofa verfügte, so dass jeder von uns zum ersten Mal während unseres Urlaubs alleine im Bett schlafen konnte. Es hatte sich nämlich rausgestellt, dass Frank nicht unbedingt der beste Schlafpartner in 120-cm-Betten ist. Er hat die Angewohnheit, sich in die Luft zu schmeißen und quasi im Flug umzudrehen. Wir anderen wurden oft beinahe aus dem Bett geworfen, wenn Frank landete. Amerikanische Motelbetten bestehen nämlich fast immer entweder aus einer dicken, oder oft sogar aus zwei Matratzen, und sind dadurch so komfortabel, dass man fast seekrank wird, wenn man sie zum schwingen bringt. Frank brachte sie ganz extrem zum Schwingen mit seiner Flug- und Drehtechnik. St. Pete bot uns nun die Möglichkeit, drei Tage lang getrennt zu schlafen und dabei völlig zu relaxen.
Dann plötzlich: Kakerlakenalarm! Ich saß gerade auf der Toilette, als ich aus den Augenwinkeln irgendwas dunkles auf der Borde rund ums Klo vorbeiflitzen sah. Als das Vieh stehenblieb gucken wir uns sozusagen Auge in Auge im Abstand von einem halben Meter an, woraufhin ich ganz langsam zum Klopapier griff — jedoch nicht etwa, um das Ding zu fangen, sondern um eine Grundlage für mich zu schaffen, schnell das Weite suchen zu können und dem Vieh das Klo zu überlassen. Als ich den anderen Bescheid sagte, dass Ungeziefer in unserer Wohnung hauste, gingen wir alle zusammen ins Bad, um uns das Tier — wovon ich bisher noch nicht mal wusste, dass es eine Kakerlake war — anzuschauen. Doch genau in dem Moment rannte es wie wild los, die Borde runter und über den Fußboden genau auf uns zu. Wir schubsten uns fast gegenseitig aus dem Bad und schlugen die Tür hinter uns zu, was dem Tier aber nicht viel auszusetzen hatte, weil es nämlich unter der Türritze hindurchkam. Bußman, der noch ein paar Wochen vorher auf Gran Canaria war und somit etwas Ahnung vom Umgang mit Kakerlaken hatte, schnappte sich einen Schuh und wollte auf das Vieh eindreschen, als es schnell unter die Betten lief. Frank merkte in dem Moment an, dass Schuhe kein gutes Mittel gegen Kakerlaken seien, weil die Tierchen nämlich einen sehr harten Panzer hätten. Als er dann auch noch behauptete, dass sie springen und fliegen könnten, wurden sie mir vollends unsympathisch, und ich sah mich schon in Gedanken im Waffenladen stehen um eine Schrotflinte zu kaufen. Doch Bußman meinte, das wäre alles totaler Quatsch und er hätte schon einige Kakerlaken mit Schuhen gekillt. Frank entschied sich dann schließlich für die sanfte Methode und fing das Ungeziefer mit einem Glas, um es danach in der Nähe des Pools draußen auszusetzen (Können Kakerlaken eigentlich schwimmen?!).
Abends saßen wir im Wohnzimmer vorm Fernsehen, aßen Fertigpizzen aus dem Kühlfach und zappten durch's Programm. Durch Zufall erwischten wir genau den Anfang von »Dumm und dümmer«, den wir zwar schon gesehen hatten, aber trotzdem nochmal guckten. In den Werbepausen lief im anderen Programm »Beavis & Butthead«, so dass wir erstmal für 2 Stunden beschäftigt waren. Aber nachdem der Film vorbei war, kam nicht mehr viel Interessantes im Fernsehen, so dass wir nach kurzer Zeit beim Wrestling landeten. Frank spielte mit der Fernbedienung rum und stellte den Ton ziemlich laut, wahrscheinlich um eine passende Stadionatmosphäre zu schaffen. Dann fiel ihm plötzlich auf, dass es keine Infrarot-, sondern eine Funkfernbedienung war. Er begann, wie wild durch die Beine oder hinterm Kopf her zu »schießen« und die Programme weiterzuzappen. Auch aus mehreren Metern Entfernung und nicht auf den Fernseher gerichtet funktionierte die Fernbedienung problemlos - allerdings nur noch dieses eine Mal, bevor sie plötzlich ihren Dienst aufgab und sich von da an totstellte. Diese Tatsache wäre auch gar nicht allzu schlimm gewesen, hätte der Fernseher wie andere handelsübliche Geräte auch ein paar zusätzliche Bedienknöpfe am Gerät selbst gehabt. Die hatte er aber nicht, und deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als den Rest des Abends Wrestling zu gucken. In voller Lautstärke.
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