768 Sonnentage / 100 Meter zum Strand / Wannenbad im Golf von Mexico / Backofenpizza und Starbucks-Coffee

Bild 1, USA Ostküste: St. Petersburg Bild 2, USA Ostküste: St. Petersburg Bild 3, USA Ostküste: St. Petersburg Bild 4, USA Ostküste: St. Petersburg

Anzeigen

St. Petersburg hat das, wovon Urlaubsparadiese träumen: 768 Sonnentage am Stück im Guiness-Buch der Rekorde und lange Sandstrände am St. Pete Beach, an denen die Sonne überm Meer untergeht (weil's im Westen liegt und nicht etwa im Osten wie z.B. in Miami). Was Touristen vielleicht nicht unbedingt interessiert, Kunstkenner jedoch zittern lässt: In St. Pete befindet sich die weltgrößte Sammlung von Salvador-Dalí-Werken, nämlich ca. 1300 Grafiken, über 100 Aquarelle und etwa 90 Ölgemälde. Außerdem weltbekannt und in vielen Filmen zu sehen ist die am Pier liegende Rekonstruktion des legendären Schiffs "Bounty". Partys, Rockmusik und Volleyball locken jedes Jahr junges Publikum in die Gegend St. Pete/Tampa.

Als wir am Strand ankamen — ich hatte dummerweise die 100 Meter von der Wohnung aus bis dorthin barfußlaufend und aufrund des heißen Straßenpflasters mehr in der Luft als am Boden zurückgelegt — waren wir schwer begeistert. Das, was wir uns von Florida erhofft hatten, gab's hier in allerschönster Form: Sandstrand so weit man gucken konnte und nur gelegentlich mal eins der Touristenhotel-Plattenbauten, die schon halb im Wasser stehen, und die man auf Mallorca oder Ibiza vermutet. Der Strand von St. Pete war ziemlich unbebaut, und es schien nicht so, als sei es einer der Strände, die von Sonnenschirmen durchlöchert sind, und auf dessen Ölschicht man ausrutscht. Hier ging alles ruhig zu, und wenn wir gewollt hätten, hätten wir unsere Handtücher im Abstand von 20 Metern hinlegen können, ohne dass irgendjemand dazwischen gelegen hätte.

Wie vielen bekannt sein dürfte, kommt das Wasser, das man am hier am Strand vorfindet, nicht etwa aus dem Atlantischen Ozean, sondern aus dem Golf von Mexico, der bekannt für seine milde Temperatur ist. »Mild« ist in diesem Fall jedoch deutlich untertrieben, denn das Wasser hatte in etwa die Temperatur eines angenehmen Wannenbades zu Hause. Allerdings ohne Schaum. Leider gibt's in St. Pete auch kein kristallklares Wasser — möglichst noch tiefblau oder türkis schimmernd, wie man es auf Fotos von Bahamas-Stränden sieht — sondern eher Wasser, das in etwa so aussieht wie das, was Michael J. Fox in »Zurück in die Zukunft III« auf der Farm seiner Eltern trinkt. Wer taucht, darf also gerne die Augen geschlossen halten, weil er eh nichts sieht. Der Grund für das unklare Wasser ist, dass der Strand von St. Pete aus normalem Sand (oder Dreck?) besteht, der durch das Wasser aufgewirbelt wird und selbiges braun färbt. Richtig erfrischend ist's auch nicht wirklich, aber trotzdem war's sehr angenehm, im Golf von Mexico zu schwimmen. Ganz besonders in St. Pete.

Abends sind wir dann noch kurz in einen Supermarkt gefahren, um ein paar Backofenpizzen, Nudeln, Tomatensose und vor allen Dingen Starbucks-Coffee zu besorgen. Den Kaffee hab ich gleich ins Eisfach geworfen, und eine Stunde später schon leicht vereist getrunken. Das Zeug schmeckt eiskalt einfach göttlich!

Anzeigen