Raus aus Ft. Walton Beach / Am Marinestützpunkt / I think we'll go on! / querfeldein in Richtung St. Pete / Pizza Mütze und Sauereien auf der Toilette / strudelnder Stuhlgang

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Unser nächstes Ziel sollte St. Petersburg, kurz »St. Pete« genannt, sein, das aber so weit entfernt lag, dass wir einen Zwischenstop einlegen mussten. Wo genau wir halten würden, wussten wir allerdings noch nicht. Ersteinmal ging's aus Ft. Walton Beach raus in Richtung I-10, die genau nach St. Pete führt. Laut Karte waren wir nach einiger Zeit kurz vor der Auffahrt zur Interstate, haben sie dann aber aus irgendeinem dummen Grund und ohne es zu bemerken verpasst. Wir landeten schließlich an einer T-Kreuzung, an der es nur noch nach rechts oder links ging. Rechts schien uns völlig falsch, also sind wir links abgebogen in der Hoffnung, auf den Highway zu kommen.

War aber nicht so. Wir landeten nämlich nach 50 Metern in einer Schlange vor einer Art Marinestützpunkt (wie sich später rausstellte der Eglin Airforce Base). Davor stand ein Pförtnerhäuschen, daneben ein Security-Fuzzi mit Sonnenbrille und Waffe am Gürtel. Wir warteten geduldig und vollkommen relaxt an dieser Auffahrt zum Highway, bis wir schließlich an der Reihe waren. Wo wir denn hinwollten, fragte der Typ. Ich war als Fahrer in dem Moment etwas verduzt, weil der Highway scheinbar doch kein Highway war, und antwortete freundlich: »I don't know, but I think we'll go on!«. Der Typ sah das anders und wies uns freundlich aber bestimmt an, seine Militärbasis zu verlassen.

Den richtigen Weg zum Highway haben wir dann doch noch gefunden, nachdem wir den Pförtner einfach dreist nach dem Weg gefragt haben. Auf dem Highway fuhren wir dann bis nach Tallahassee, und danach mehr oder weniger »querfeldein« durch mehrere kleine Orte hindurch in Richtung St. Pete. Als uns dann schließlich der große Hunger überkam und wir am Straßenrand ein Lokal unserer Lieblingskette »Pizza Mütze« entdeckten, hielten wir an und checkten außerdem sofort im Motel gegenüber ein. Ein sehr sauberes und zugleich günstiges Motel, in dem Frank später noch Sauereien auf der Toilette machen würde. Aber dazu gleich mehr. Der Ort, in dem wir uns befanden, hieß übrigens Perry, und die Pizza im Restaurant war wiedermal saulecker.

Nach dem Essen soll man ruhen. Wir fletzten uns also vor den Fernseher auf die Betten. Es kam »Who wants to be a Millionaire«, seinerzeit der große Renner in den USA, und wir zitterten mit, als wäre es unsere eigene Million. Bis zu dem Zeitpunkt, als Frank auf die Idee kam, das Klo zu überschwemmen. Amerikanische Toiletten haben die selten dumme Angewohnheit, einen Haufen Stuhlgang durch ein klitzekleines Loch am Abfluß saugen zu wollen. Sie bilden dazu einen großen Strudel, um den nötigen Druck aufzubringen. Interessant anzuschauen, unterm Strich jedoch oft nicht unbedingt effizient. Als Frank nun vorschriftsmäßig die Toilette benutzt hatte, ging diese in eine Art Streik über und strudelte, ohne dabei abzusaugen. Dies veranlasste Frank dazu, nochmals abzuziehen, woraufhin das Klo überschwappte. Der Sieger stand also fest (»Klo eins, Frank null!«), und Frank hatte nun die Arbeit am Hals, die Sauerei wieder in Ordnung zu bringen. Soweit der erste Tag in Perry.

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