St. Louis und das »Tor zum Westen« / Tumult am Motel / Kuchenrezepte an der Rezeption / wieder keinen Eiskaffee / Blueskneipe downtown / jede Menge Promis / misslungene Fotos
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Mit Chicago hatten wir nun unseren Trip ins Innere des Landes abgeschlossen, und von nun an sollte es in Richtung Süden gehen. Wir planten erst nach St. Louis zu fahren, und später dann nach Memphis und New Orleans.
St. Louis war zu früheren Zeiten, nämlich im 18./19. Jahrhundert, ein wichtiges Zentrum für europäische Emmigranten, die aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verließen. Im Gegensatz zur Mayflower, die 1620 an der Ostküste Amerikas anlegte, versuchten die späteren Emmigranten den Weg von der Südküste her anzugehen. Sie landeten im Hafen von New Orleans, von wo aus spezielle "Riverboats" sie in den Norden nach St. Louis brachten. Die Stadt gewann dadurch immer mehr Bedeutung, und man baute schließlich das "Tor zum Westen", einen großen Bogen am Ufer der Stadt, durch den die Menschen symbolisch weiter in den Westen zogen, um dort ihr Glück zu finden. Dieser Bogen ist heute immer noch das Wahrzeichen von St. Louis und wirkt ideal zum Bungeespringen, wenn man die Höhe betrachtet.
Unser Hotel wählten wir wieder recht weit außerhalb. Als wir dort ankamen, war gerade ein Riesentumult zugange. Feuerwehr und Polizei gaben sich den Schlauch in die Hand, und die Frau an der Rezeption konnte vor Aufregung kaum sprechen. Ohne dass wir überhaupt danach fragten, platzte sie los: es gab einen Brand in einem Busch hinter dem Motel. Die Feuerwehr habe aber schon wieder alles im Griff - Das jedenfalls glaubten wir verstanden zu haben. Kann auch sein, dass sie uns von ihrem neuen Kuchenrezept erzählt hat oder davon, dass ihr Vetter John eben im Fernsehen war. Sie redete dermaßen schnell, dass wir ihr gebannt auf die Lippen starrten und uns wunderten, wie man einen Muskel dazu bringen kann, so irre schnell zu zucken. Schließlich konnten wir einchecken und bekamen unseren Zimmerschlüssel.
Später fuhren wir nach Downtown St. Louis, um ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Eine der Straßen, an denen wir vorbeikamen, schien die Partymeile zu sein mit Kneipen, Cafés, Kinos und sogar einem Starbucks Coffee. Letzteres ist eine große Kaffeehauskette aus Seattle, dessen Eiskaffee man auch im Supermarkt bekommt, und nach dem ich schon fast süchtig war zu der Zeit. Irgendwie sollte ich es trotzdem den ganzen Urlaub über nie schaffen, mal in eines dieser Cafés zu gelangen. Beim nächsten Mal bestimmt! Wie auch immer, wir suchten uns eine Blueskneipe aus, in der es am Wochenende auch Livemusik gab, wie auf den Schildern zu lesen war, und zusselten dort eine Cola. Der Inhaber der Kneipe war wohl begeisterter Autogrammjäger, jedenfalls hingen an allen Wänden insgesammt über 100 "Beweisfotos", auf denen er mit irgendwelchen Berühmtheiten blöd in die Linse guckte. Fast alle Promis außer Dieter Bohlen waren scheinbar bereits in seinem Laden.
Später fuhren wir dann weiter zum »Tor zum Westen«, von dem ich versuchte, in tiefdunkeler Nacht und ohne Stativ ein paar Fotos zu machen, was natürlich grandios in die Hose ging. Ansonsten war's das für den Tag.
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