Beacon Street und »Cheers!« / 1423 Souvenirs / das erste Mal im Bürgerkönig / Free Refills / University of Harvard / antike Rechenmaschine und eMails nach Hause / 12 Stunden bis nach Buffalo?

Bild 1, USA Ostküste: Boston - Buffalo Bild 2, USA Ostküste: Boston - Buffalo Bild 3, USA Ostküste: Boston - Buffalo Bild 4, USA Ostküste: Boston - Buffalo Bild 5, USA Ostküste: Boston - Buffalo

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Boston wirkt auf den ersten Blick sehr europäisch mit seinen roten Backsteinhäusern und Gassen aus Kopfsteinpflaster. Kommt man jedoch ins Finanzviertel am Hafen, ändert sich der Eindruck schnell. Dort reihen sich am Ufer Bürokomplexe und postmoderne Glaspaläste. Die Hauptstadt von Massachusetts ist ein wichtiges Finanz- und High-Tech-Zentrum. Das interessierte uns jedoch am Anfang recht wenig, denn der eigentliche Grund, warum wir in diese Stadt wollten, war die Beacon Street. Hier findet man ein Lokal, das als Vorlage für die bekannte Fernsehserie mit demselben Namen diente: »Cheers!«

Das Lokal war natürlich wie fast alles in Amerika, das in irgendeiner Weise bekannt ist, als Touristenattraktion ausgerichtet. Aber wenigstens mußten wir keinen Eintritt bezahlen. Innen konnte man sich mit allen Souvenirs dieser Erde eindecken und außerdem recht gut essen, dem Geruch nach zu urteilen. Allerdings waren die Preise nicht sehr studentenfreundlich, weshalb wir beschlossen, den Ort zu verlassen und irgendeine Fastfood-Budze aufzusuchen. Der Zufall und ein kleines bißchen Glück wollten, dass wir an einem Bürgerkönig vorbeikamen, und hier sollten wir zum ersten mal eine Grundlage davon zu verstehen bekommen, was der Taxifahrer in New York zum Thema Fastfood meinte.

Um halbwegs satt zu werden bestellte ich — wie in Deutschland von der Konkurrenzkette mit dem »M« nicht anders gewohnt — das große Menü. Das war ein Fehler. Die Pommes alleine hätten schon gereicht, um sich den Bauch vollzuschlagen. Dazu kam noch eine Kante von einem Burger, der sicherlich ein Pfund wog. Und das Zeug schmeckte einfach saugut. Das Paradies eines jeden Fastfood-Junkies. Ein Schild an der Cola-Zapfe meinte »Free Refills«, und nachdem wir verstanden hatten, was es damit auf sich hatte, machten wir unsere 0,9-Liter-Kelche (1/4 Gallone) nochmal voll. Das komplette Menü kostete knapp 10 Märker, Ketchup und Majo waren dabei umsonst. Warum gibt's die eigentlich in Deutschland nicht gratis?!

Unser nächstes Ziel war Cambridge mit Harvard, der ältesten Universität Amerikas. Das Ding zu finden war gar nicht so einfach, und wir haben uns erstmal ziemlich verfahren in Boston. Wenigstens waren wir von Anfang an auf der richtigen Uferseite. Und verfahren sollten wir uns noch öfter auf unserem USA-Trip, doch dazu später mehr (siehe Detroit). Harvard wirkte wie alles in Boston auch sehr englisch mit seinen roten Backsteingebäuden und den Grünflächen dazwischen. Im Hauptgebäude entdeckten wir neben einer alten Rechenmaschine — einem Riesending mit vielen Zahnrädern, das, so stand es auf dem Schild, jeden Tag einmal zur Demonstration angeschmissen wurde — auch ein paar Computer mit Internetzugang, an denen wir eMails über den großen Teich nach Hause schickten. Die anderen Gebäude der Uni waren meist verschlossen, und in die Bibliothek kam man nur mit gültigem Studipass. Somit hatten wir ziemlich schnell alles von Harvard gesehen und beschlossen, Boston in Richtung Buffalo zu verlassen.

Der Weg bis nach Buffalo war einer der längsten Strecken, die wir an einem Stück während unseres Urlaubs zurückgelegt haben, und wir hatten zu der Zeit noch überhaupt keine Vorstellung davon, wie lange die Fahrt dorthin dauern könnte. Ich überschlug die Sache schnell im Kopf und kam auf ca. 12 Stunden. Marko und Frank hatten keine Einwände. Deshalb kam uns eine fixe Idee, die im nachhinein alles andere als clever sein sollte: Um unsere durchschnittlichen Motelkosten ein bisschen zu drücken, wollten wir die Nacht über durchfahren und dann am nächsten Morgen frühzeitig in Buffalo im Motel einchecken. Somit hätten wir eine Übernachtung gespart. Die Coupons wollten wir uns unterwegs besorgen, also konnte ja eigentlich nichts mehr schiefgehen — rein theoretisch…

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