Ein Asiate im Taxi / Reisschleuder als Mietwagen / Freies Parken für 70 DM / Turbolift im World Trade Center / Freiheitsstatue von oben / Ankunft in Boston / teures Pflaster
Anzeigen
Heute war der Tag, an dem wir unseren Mietwagen abholen sollten. Wir checkten also aus dem Hotel aus und stellten uns mit unseren Taschen und Koffern an den Straßenrand der 34. - allerdings 100 m vom Hotel entfernt, da wir dem Türsteher nicht noch einen Dollar Trinkgeld dafür geben wollten, dass er uns ein Taxi ranpfeift. Der Fahrer asiatischer Herkunft im Taxi machte keinerlei Anstalten, uns freundlich zu begrüßen, und blätterte an jeder Ampel, an der wir halten mussten, in seiner Zeitung. Bei Budget angekommen überlegte er es sich allerdings anders und sprang plötzlich aus dem Auto, um uns bei den Koffern zu helfen, nachdem wir ihm 8 Dollar Trinkgeld gegeben hatten. Das Verhalten von Amerikanern definiert sich doch sehr oft übers Trinkgeld, haben wir gelernt.
Wir hatten einen Zweitürer als Mietwagen gebucht, bekamen aber ein größeres Modell mit vier Türen, der als Ausstattung natürlich Automatikschaltung, Tempomat und Klimaanlage hatte. Zusätzlich war auch noch ein CD-Player drin, der uns im ersten Moment allerdings nichts brachte, da wir uns für den Urlaub Kassetten aufgenommen hatten - dumm gelaufen. Wir tauften unser Auto "Nissan-Budze" und versuchten, durch die verstopften Straßen Manhattens rauszukommen und nach Süden zu fahren in Richtung Freiheitsstatue.
"Liberty Parking" stand auf dem Schild. Trifft sich ja prima, dachten wir uns, und händigten den beiden Parkplatzwächtern die Schlüssel aus. Wir durften sogar den ganzen Tag dort parken. Der Spaß kostete allerdings auch $35. Da wird sicherlich schon die Gebühr für die Fähre zur Freiheitsstatue drin sein, dachten wir uns. Schließlich heißt es ja "Liberty Parking" und auf dem Parkschein stand auch irgendwas dergleichen. Wir stellten uns also direkt in der Schlange der Leute an, die schon eine Karte für die Fähre hatten, und zeigten dem Kontrolleur unseren Parkschein. Der lachte allerdings laut los, als er den Zettel sah, und holte seinen Kollegen ran, der sich dann auch nicht mehr halten konnte vor Lachen. Die dummen Touris wieder: 70 Märker für's Parken gelatzt. Man, was fühlten wir uns verarscht von diesem Volk. Als dann die Fähre auch nochmal $9 pro Kopf extra kosten sollte, entschieden wir, daß uns die scheiß Statue sonstwo lecken konnte und gingen zurück in Richtung World Trade Center.
Das Haus war natürlich der Wahnsinn. 107 Stockwerke in einem Turbolift, den man in deutschen Krankenhäusern niemals zu sehen bekommen würde. Das Teil nahm wohl immer 3 Stockwerke auf einmal. Jedenfalls waren wir ruckzuck oben - "on top of the world", wie es dort hieß. Von hier aus bekamen wir dann doch noch die Freiheitsstatue zu sehen, allerdings aus einiger Entfernung. Vom World Trade Center, das nebenbei bemerkt übrigens $12.5 Eintritt kostete, hat man einen grandiosen Ausblick über New York - Boston und bekommt bei der Gelegenheit zum erstenmal die Möglichkeit zu überblicken, wie groß diese Stadt ist. Wir waren beeindruckt.
Das sollte nun erstmal alles gewesen sein in New York - Boston. Wir hatten natürlich in dieser kurzen Zeit nur einen Bruchteil der Stadt gesehen und waren auch weiterhin begeistert von ihr, doch so langsam fing sie auch an, uns zu nerven. Man hat kaum die Möglichkeit, der Hektik und der Energie New York - Bostons zu entfliehen. Auf unserem Plan stand nun Boston, und wir waren sehr gespannt, was uns dort erwartete. New York - Boston würden wir in 5 Wochen und einigen tausend Meilen wieder zu sehen bekommen…
Wir kamen erst zwischen 20 und 21 Uhr in Boston an und mussten uns noch um ein Motel kümmern. Coupon-Hefte hatten wir schon in einem Fastfood-Restaurant am Highway besorgt. Boston erwies sich als teures Pflaster, und die ersten drei Motels, die wir anfuhren, waren natürlich um diese Zeit schon restlos ausgebucht. Durch Zufall fragten wir dann bei einem Motel an, das nicht im Coupon-Heft stand, und das einzige in der Gegend war, das noch ein Zimmer frei hatte. Wir hatten uns vor der Fahrt vorgenommen, dass die Übernachtungen nicht mehr als $50 kosten sollten, aber an diesem Tag blieb uns nichts anderes übrig, als im Sharon Inn für $85 abzusteigen. Dafür war das Zimmer auch sehr sauber und gut ausgestattet - und wir viel zu müde, um uns über den Preis aufzuregen.
Anzeigen




